Die Literaturwissenschaft
        


Was für eine Wissenschaft,
welche ein Gewissen schafft,
das gewissermaßen ein
ganz gewissenloses Nein
zu des Schriftstellers Ergüssen
uns gebietet: Denn im Wissen,
daß die Wissenschaft als Richter
ihn verfolgt, sucht jeder Dichter
nach Methoden sehr verzweifelt,
die bisher weder verteufelt
noch zu häufig angewandt;
wissenschaftlich schon bekannt
ist jedoch diese Methode,
jene sehr triviale Mode
aller literarisch Großen,
stets in Lücken nur zu stoßen:
Längst veraltet also geht
diese Progressivität
in die schwarze Liste ein:
Unverbraucht muß wirklich sein,
was beachtet werden will!
Was beachtet wird, muß Müll
kommerziellster Gattung sein -
bleibt uns also nur die rein
wissenschaftliche Kritik,
um den wahren Überblick
zu gewinnen und zu wissen:
was ist gut - und was beschissen.
        
        

Kai Malte Fischer, 1989 

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