Klänge


(Rede an die Atonalität)
 

Klänge,
ihr ungezogenen,
zieht uns in Räume,
in denen es
ungemütlich
zieht.

Klänge,
das Gemüt
bezieht ihr so mutig
mit Unerzogenheit,
anzüglicher Freiheit.

Klänge,
die ihr
frei den Lehren lacht,
frei,
freilich unfreundlich als Freund,
ja feindlich
und doch
fein.
Feinsinnig unsinnig.
Ungemein sinnlich
und so gemein.

Klänge,
ihr gemeinhin
vermiedenen,
verminderten,
miederlose
miese Musen,
habt den Busen
und die Fratze
der Medusen.
Wie Gekratze
einer Katze
und vom Köter
das Gebell,
und zugleich
so weich
wie sein Fell.
Zu frei.
Zu schnell.
Eine Katze, die streunt,
frei und feindlich als Freund,
unerzogen
zieht ihr
davon.
 

 

Kai Malte Fischer, 1993




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