Bitte



Die Quellen meiner Tränen
sind tiefer als mein Leben,
sind Wellen und Fontänen,
die immer höher streben.

Die Quelle meiner Liebe
liegt irgendwo im Morgen,
die Welle wird zur Tide,
ein Ozean aus Sorgen.

Mein Kind, du überschwemmst mich
und nimmst mir fast die Sicht.
Du greifst nach mir, du kennst mich -
und ich begreif dich nicht.

Mein Kind, du übersteigst mich,
mein Sehen und mein Sein.
Neigst dich herab und zeigst dich -
und ich seh weg und wein.

Es pocht in allen Venen,
ich fühl's: du bist zugegen,
ich spüre all dein Sehnen,
dein Streben, deinen Segen
und wie du auf der Schwelle
schon stehst und nach mir langst -

doch bitte ich dich eben
im Brunnen meiner Angst,
mir Raum und Zeit zu geben,
denn meiner Tränen Quelle
ist tiefer als mein Leben.




Kai Malte Fischer, 2001

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