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Verborgen "Sucht mich, wo bin ich..."
Ich preßte die Hände mir aufs Gesicht und lachte und dachte, so sehn sie mich nicht, und freute mich: heute gewinn ich! "Sucht mich, wo bin ich..." Ich lugte vergnügt durch mein Fingervisier: Bisher hatten sie nie so lange nach mir gerufen, doch auch nie so grimmig... Nun sind seit jener Kinderzeit Jahrzehnte schon verronnen, dieses Spiel jedoch hab ich bis heut ganz hoffnungslos gewonnen: Denn ich bin unsichtbar seither, obwohl doch nicht verschwunden. Wenn mich zufällig wer fand, hat er mich unheimlich gefunden. Zu Anfang war's ein Riesenspaß: Ich trieb die tollsten Faxen mit den Leuten, aber plötzlich war's mir leid und ich erwachsen. War als Gespenst doch so allein: Mir wollte niemand trauen, war als Unsichtbarer augenschein- lich längst nicht zu durchschauen. Darum wollt ich wieder faßbar sein, für alle Augen offen, und so hüllte ich mich gänzlich ein mit weiten Mantelstoffen. Im Dunkel der Kapuze war ich fast wie unverborgen, ich bin durch das Tarnen meiner Tar- nung wahrnehmbar geworden. Und doch bleib ich der Welt suspekt, ob sichtbar oder heimlich, denn in jedem Fall bin ich versteckt und wirke un-wahrscheinlich. Bin ich in Wahrheit nur ein Schein, ein selbst erträumtes Spuken? Dauert dieses schleierhafte Sein womöglich erst Minuten? So will ich die zumindest halb- wegs kurzweilig gestalten und mich wieder kreativ als Alp- traum anderer entfalten. Mit dem Mantel macht's besonders viel Vergnügen: an manch tristen Tagen geh ich durch den Park und spiel den Exhibitionisten. Text und Musik: Kai Malte Fischer, 1997 |
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